Johann B. Wanner

Johann Baptist Wanner wurde 1864 in Genderkingen auf Hausnummer 28 ("Alterwirth") geboren. 1894 erwarb er zusammen mit seiner Ehefrau Anna das Gashaus "Zum Zoll". Im Jahre 1900 wurde er im Alter von 36 Jahren zum Bürgermeister gewählt. Aus Anlass seines 25jährigen Amtsjubiläums wurde ihm im Januar 1925 "in dankbarer Anerkennung seiner Verdienste um die Gemeinde" (Erbauung des Feuerwehrhauses 1900, Gründung der Entwässerungsgenossenschaft Genderkingen 1924, Förderung des Vereins- und Genossenschaftswesens, usw.) das Ehrenbürgerrecht verliehen. Johann Wanner starb 1933 im Alter von 69 Jahren, drei Jahre, nachdem er sein Bürgermeisteramt niedergelegt hatte.

Philomena Sailer

Fräulein Mina Sailer wurde 1887 in Mertingen geboren. Im Alter von 37 Jahren kam sie 1924 als Schulverweserin für die 1. bis 3. Klasse an die Volksschule Genderkingen. 29 Jahre lang unterrichtete sie hier als Lehrerin, bzw. Hauptlehrerin unter nicht immer leichten Bedingungen. Im Zweiten Weltkrieg war sie allein für alle Klassen verantwortlich. Sie verrichtete ihren Dienst mit Einsatzkraft und Freude für die Kinder. Als Verdienst ist ihr zudem die Erstellung einer Flurnamensammlung für Genderkingen anzurechnen. Im Juli 1952 wurde ihr anlässlich ihrer Pensionierung in Anerkennung und Ehrerbietung der langjährigen pflichtgetreuen Wirkungszeit in der Genderkinger Schule die Ehrenbürgerschaft verliehen. Ihren Ruhestand verlebte sie bei der Familie ihrer Schwester in Lauingen, wo sie 1976 im Alter von fast 89 Jahren starb. In Lauingen liegt auch ihre letzte Ruhestätte.

Theodor Leißl

Der in Augsburg geborene Theodor Leißl war 32 Jahre lang als Lehrer, bzw. Rektor an der Volksschule in Genderkingen tätig. Er leitete 39 Jahre lang den Kirchenchor und 4 Jahre (1966 - 70) den Männergesangsverein. Jahrzehntelang versah er den Organistendienst. Am 1. September 1968 wurde er im Beisein zahlreicher Ehrengäste und unter großer Anteilnahme der Bevölkerung in den Ruhestand verabschiedet. Gleichzeitig wurde ihm als Dank und Anerkennung für seine pflichtgetreue Wirkungszeit in Genderkingen das Ehrenbürgerrecht verliehen. Er starb 1975 in Schäfstall im Alter von 73 Jahren. Kurze Zeit darauf wurde eine Straße nach ihm benannt. Die "Theodor-Leißl-Straße" erstreckt sich von der Lechstraße bis zum südlichen Ende der Hauptstraße.

Andreas Voag

Andreas Voag wurde am 5. April 1905 auf dem "Bäckenbauernhof" in Genderkingen geboren. 1933 übernahm er zusammen mit seiner Ehefrau Anna den Hof seiner Eltern. 1938 trat er in den Gemeinderat ein, dem er bis zum Kriegsende 1945 angehörte. 1948 wurde er im Alter von 43 Jahren zum 1. Bürgermeister gewählt. Dieses Amt übte er 24 Jahre lang bis 1972 aus. Gleich zu Beginn seiner Schaffenszeit wurde die Flurbereinigung Genderkingen als eine der ersten im Landkreis Donauwörth durchgeführt. Es folgten Projekte wie die Errichtung eines Verladegleises am Bahnhof zur Güterabfertigung (1951/52), die Erstellung eines Gemeindewappens (1960), der Schulhausbau (1963/65), der Anschluss an die Zentrale Wasserversorgung Oberndorf (1965), die Schaffung eines neuen Friedhofes (1966/67), die Industrieansiedlung Eigner (1970), die Aufteilung des Gemeindewaldes (1970), die Erschließung von Baugebieten, der Ausbau von Straßen und vieles andere mehr. Besonders hervorzuheben ist die schnelle Schaffung von Siedlungsgebieten für die Heimatvertriebenen ab 1950. Neben seiner Tätigkeit als Bürgermeister war A. Voag von 1952 bis 1983 Mitglied in der Kirchenverwaltung, von 1960 bis 1970 Vorstand der Molkereigenossenschaft Genderkingen sowie einige Jahre Mitglied im Kreistag. Am 21. April 1985 wurde ihm anlässlich seines 80. Geburtstages in Anerkennung seiner Verdienste um die Gemeinde das Ehrenbürgerrecht sowie der Titel "Altbürgermeister" verliehen. am 17. März 2005 ist er, kurz vor seinem 100. Geburtstag, verstorben.

Grundlage: Gabriele Schwab u. a., "Genderkingen - Aus dem Leben eines Dorfes", Genderkingen 1995.

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